Orgelbau Kuhn
 
 
 

Orgelbau Th. Kuhn AG, 1986

Restaurierung

Orgel erbaut von:
Josef Behmann, 1927/28

Windladen: Kegelladen
Traktur: elektropneumatisch
Registratur: pneumatisch

Einweihung: 11.10.1986

Experte: Hans Haselböck
Intonation: Hansjörg Grädel



Diskografie:
Bach's Memento in romantischen Bearbeitungen
Cocktail Classique
Die historische Behmann-Orgel der Pfarrkirche St. Martin in Dornbirn
Symphonische Orgelkunst


Querverweise:
Weitere Behmann-Orgel

© Bilder Orgelbau Kuhn AG, Männedorf



Portrait-Nummer 800740
www.orgelbau.ch/op=800740

Dornbirn III/P/72
Österreich, Vorarlberg
Stadtkirche St. Martin

Ein Denkmal der Elsässer Orgelreform

Die um 1840 in klassizistischem Stil neu erbaute Hallenkirche erhielt 1845 eine Orgel von Remigius Haaser aus Immenstadt/Allgäu (II/P/30). Im Jahre 1925 begann man, für eine neue, grössere Orgel Geld zu sammeln. Zwei Jahre später erhielt der Weigle-Schüler Josef Behmann (1880-1932) aus dem benachbarten Schwarzach den Auftrag zum Neubau. Es entstand zunächst ein dreimanualiges Werk mit 67 klingenden Registern und 25 Röhrenglocken, das Ende 1927 feierlich eingeweiht wurde. Im folgenden Jahr wurde dieses Werk noch mit 5 Hochdruckregistern ergänzt.

Diese Orgel wurde von Beginn weg und ganz zu recht als «Monumental-Orgel» bezeichnet.

Dispositionell und anlagemässig atmet sie zwar noch immer den Geist der Jahrhundertwende, doch sind auch deutliche Einflüsse der ersten Elsässer Orgelreform zu erkennen. Technisch arbeitet sie mit Kegelladen, für die Hochdruckregister jedoch bereits mit Schleifladen. Die Traktur ist elektropneumatisch gebaut. Der weit ausladende Prospekt weist bronzierte Zinkpfeifen auf und enthält zahlreiche Blindpfeifen sowie teilweise grosse Überlängen. In der Mitte prangt in goldenen Lettern die Inschrift: «Diene der Ehre Gottes und kündige künftigen Geschlechtern Dornbirns braven Opfersinn»

Die elektrischen und pneumatischen Steuerteile im Spieltisch und in der Orgel versagten mehr und mehr ihren zuverlässigen Dienst. Alle angefragten Sachverständigen waren sich aber einig: diese einzigartige Monumentalorgel sei als Denkmal zu betrachten und möglichst unverändert zu erhalten.

Im technischen Bereich waren allerdings umfangreiche Revisions- und Ersatzarbeiten notwendig. Die einfachen Kontaktnadeln im Spieltisch wurden durch moderne Silberkontakte ersetzt. Alle Magnete mussten überarbeitet, viele lederne Steuerelemente ersetzt werden. Die technisch überholte Dynamogruppe wurde durch zeitgemässe moderne Erzeugnisse ersetzt.

Im klanglichen Bereich wurde dagegen auf Änderungen bewusst verzichtet. Eine vertiefte Nachintonation eliminierte lediglich die im Verlaufe der Zeit eingetretenen Unregelmässigkeiten. Die Orgel mag nun wieder so klingen wie bei ihrer Einweihung. Diese grösste Orgel Vorarlbergs ist hervorragend geeignet für die Wiedergabe der spätromantischen Orgelliteratur, sei sie nun sinfonischer oder pastellhaft kammermusikalischer Natur.

Friedrich Jakob, 2006
 
 
   
 © Orgelbau Kuhn AG   Aktualisierung 29.01.2018    info©orgelbau.ch