Orgelbau Kuhn
 
 
 

Orgelbau Th. Kuhn AG, 1996

Neue Orgel

Windladen: Schleifladen
Traktur: mechanisch
Registratur: elektrisch

Einweihung: 22.12.1996

Experte: Helmut Peters
Architekt: Werner Rösner
Gehäuseentwurf: Georg Weismann
Intonation: Rudolf Aebischer



Diskografie:
Olivier Messiaen - L'Ascension - Messe de la Pentecôte
Olivier Messiaen - Méditations sur le Mystère de la Sainte Trinité
Olivier Messiaen, Livre du Saint Sacrement - Livre d'Orgue (2 CDs)
Pierre Pincemaille - Improvisationen
Volker Ellenberger - Th. Kuhn-Orgel im Dom zu Minden
Léon Boëllmann - Les organistes de Paris à la belle époque (vol. 1)
Dom zu Minden - Glocken und Orgeln
Laudate omnes gentes


Bibliografie:
Die Domorgel zu Minden
Dom und Domschatz in Minden


Links, Downloads:
Mindener Dommusik
«Kuhn-Hebel» (Erläuterung)


Querverweise:
Querhausorgel





© Bilder Orgelbau Kuhn AG, Männedorf



Portrait-Nummer 113680
www.orgelbau.ch/op=113680

Minden III/P/62
Deutschland, Nordrhein-Westfalen
Dom, Hauptorgel

Disposition (download)

Architektonische Gestaltung

Eine ganz besondere Eigenheit des Domes zu Minden ist die sogenannte "Kaiserloge" im Westwerk, welche sich in drei Arkaden ins Mittelschiff hin öffnet. Sowohl für die Gemeinde wie auch für die Denkmalpflege stand der Wunsch fest, dass diese Loge durch die neue Orgel nicht völlig verdeckt, sondern zumindest in den Umrissen sichtbar bleiben sollte. Dagegen stand der innere Raum der Loge für Orgelzwecke ganz zur Verfügung.

Das grosse Schwellwerk, das Grosspedal sowie die drei Chamade-Register wurden in der Loge aufgebaut, im Tiefendunkel praktisch unsichtbar. Nur das Hauptwerk, das Oberwerk (Positiv) und das Kleinpedal (aber immerhin mit Principalbass 16 ') wurden vor die Logenarkaden gesetzt. Diese Aufteilung erlaubte, den Vorderteil der Orgel so schlank zu halten, dass auf freistehende Stützen für die kleine Orgelempore verzichtet werden konnte. Zwei bestehende flache Wandpilaster beim Eingang wurden als Auflager integriert. Das Absenken des Vorderteiles der Orgel um rund 3 Meter erlaubte das Freihalten der drei Logenarkaden.

Klangliche Gestaltung

Gewünscht wurde eine raumfüllende dreimanualige Orgel, welche sowohl der barocken Orgelliteratur als auch der romantisch-sinfonischen Musik gerecht werden soll. Dabei sollte jedoch die französische Romantik nicht über Gebühr und zu Ungunsten der deutschen Romantik bevorzugt werden. Um dies zu erreichen, wurden hier von uns erstmals Zungenregister in deutscher und französischer Bauart in derselben Orgel gemischt, und zwar mit gutem Erfolg. Das grosse Schwellwerk zeigt naturgemäss am ehesten französischen Einfluss. Auf seiner Klaviatur sind auch die drei Chamaden-Register spielbar.

Technische Gestaltung

Infolge der architektonischen Gegebenheiten ist die Anlage der mechanischen Traktur recht kompliziert. Insbesondere ist für das III.Manual (Schwellwerk) eine Höhenstufe von 3,3 Metern zu überwinden. Dank einer ausgefeilten Technik sind alle vier Direkttrakturen rein mechanisch in guter Spielbarkeit zu betätigen. Für die Manualkoppeln hingegen wurde eine Entlastungshilfe notwendig. Wir verwendeten hiefür eine von uns technisch weiterentwickelte Barkermaschine, welche anerkanntermassen sehr präzise arbeitet und die Tastenbewegung absolut synchron mit der Ventilbewegung verbindet. In seinem Urteil vom 27. Oktober 1997 schrieb daher Jean Guillou:

"La mécanique se joue avec une aisance et une précision exceptionnelle pour un si grand orgue et sans le retard habituellement si désagréable d'une assistance pneumatique."
 
 
   
 © Orgelbau Kuhn AG   Aktualisierung 02.05.2013    info©orgelbau.ch