Orgelbau Kuhn
 
 
 

Orgelbau Th. Kuhn AG, 1990

Restaurierung

Orgel erbaut von:
Johann Christoph Leu, 1715

Windladen: Schleifladen
Traktur: mechanisch
Registratur: mechanisch

Einweihung: 16.09.1990

Experte: Rudolf Brulin u.a.
Architekt: Hochbauamt Kt. Zürich
Intonation: H.-J. Schacht



Diskografie:
Die historischen Orgeln der Klosterkirche zu Rheinau -Meisterwerke süddeutscher Orgelbaukunst in der Schweiz
Historische Orgeln der Schweiz Vol. 1
Johann Kapsar Kerll - Sämtl. Werke für Tasteninstrumente Vol. 1
Johann Kapsar Kerll - Sämtl. Werke für Tasteninstrumente Vol. 2
Johann Pachelbel - Complete Organ Works I (5 CDs)


Bibliografie:
Die Klosterkirche Rheinau II - Die Orgeln und Ihre Restaurierung - Die Orgelbauerfamilie Leu aus Augsburg und Ihre Werke
Klosterkirche Rheinau I und II - Orgelbauerfamilie Leu aus Augsburg
Rheinau


Links, Downloads:
«Kuhn Balgsteuerung» (Erläuterung)


Querverweise:
Restaurierung 1942
Chororgel

© Bilder Orgelbau Kuhn AG, Männedorf



Portrait-Nummer 800850
www.orgelbau.ch/op=800850

Rheinau III/P/36
Schweiz, Zürich
Ehemalige Klosterkirche, Hauptorgel

Die heutige barocke Klosterkirche entstand 1705-1710 und ersetzte eine romanische dreischiffige Basilika. Für die Weihe am 5.Oktober 1710 stand nur eine kleine Chororgel zur Verfügung. Die neue Hauptorgel wurde erst 1711-1715 erstellt. Sie ist das einzige in wesentlichen Teilen erhaltene Werk des aus Augsburg stammenden Orgel- und Instrumentenmachers Johann Christoph Leu (1675-1749).

Die Originalverträge sind nicht erhalten, wohl aber verlässliche zeitgenössische Abschriften. Aus ihnen ergibt sich, dass Leu zunächst eine zweimanualige Orgel mit Hauptwerk, Rückpositiv und Pedal von insgesamt 30 klingenden Registern zu liefern hatte. Eine dritte Manualklaviatur bediente lediglich ein Glockenspiel von 45 Glocken (C-c‘‘‘). Nach der Fertigstellung wurden sich Abt und Konvent gewahr, dass der Klang eines Glockenspiels der Würde ihres Gotteshauses nicht entspreche ("es sei nit anstendig"). Daher wurde Leu mit einem Zusatzvertrag beauftragt, das Glockenspiel durch ein "Flöthen-Werckh" zu ersetzen. So entstand nachträglich als neues drittes Manualwerk ein Oberwerk mit 6 klingenden Registern. Am 14.Dezember 1715 erfolgte die Abnahme der Orgel, jetzt offenbar in bester Zufriedenheit.

Der grösste Eingriff erfolgte 1840/41 durch Friedrich Haas, den bedeutendsten Schweizer Orgelbauer des mittleren 19.Jahrhunderts. Dieser Umbau mit seinen zahlreichen Dispositionsänderungen verwandelte die barocke Orgel in ein frühromantisches Instrument. Nach der Klosteraufhebung im Jahre 1862 wurden Kirche und Orgel Eigentum des Kantons Zürich. Nach einer ersten Restaurierung im Sinne der damals noch jungen Orgelbewegung im Jahre 1941 erfolgte zum Abschluss der Gesamtrestaurierung der Kirche von 1988-1990 eine nochmalige, nun besser fundierte Restaurierung. Da bereits die Arbeiten von 1941 die Haas-Bestände weitgehend eliminiert hatten, blieb nur eine Wiederherstellung des Zustandes von 1715 (mit Oberwerk) möglich.
 
 
   
 © Orgelbau Kuhn AG   Aktualisierung 03.10.2016    info©orgelbau.ch