Faszination Orgelbau

 

 

Orgelbau Th. Kuhn AG, 1995

Neue Orgel

Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
elektrisch
Einweihung
03.12.1995
Experte
Günter Eumann
Gehäuseentwurf
Georg Weismann
Intonation
Kurt Baumann

Disposition


www.orgelbau.ch/op=113610

Saarbrücken

III/P/44

Deutschland, Saarland
Evang. Kirche St. Arnual

© Bilder Orgelbau Kuhn AG, Männedorf

Orgelbau Th. Kuhn AG, 1995

Neue Orgel

Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
elektrisch
Einweihung
03.12.1995
Experte
Günter Eumann
Gehäuseentwurf
Georg Weismann
Intonation
Kurt Baumann

Die aus dem 14.Jahrhundert stammende Stiftskirche St.Arnual wurde nach der Reformation der Grafschaft im Jahre 1575 evangelische Kirche, das Dorf St.Arnual wurde 1896 als gleichnamiger Stadtteil von Saarbrücken eingemeindet. Anlässlich einer Kirchenrenovation in den Jahren 1886/88 wurde im quadratischen Turmjoch im Westen des Langhauses eine Empore eingezogen, auf welcher die seitherigen Orgeln Platz fanden. Dieser Standort bringt akustische Nachteile mit sich, weil aus baustatischen Gründen (Turmgewicht) seit jeher verstärkende Spitzbogen nötig waren, welche den Raum des Turmjoches seitlich einschnüren und einen optimalen Schallaustritt ins Langhaus hemmen. Die Schallwirkung der alten Orgel wurde denn auch immer als ungenügend empfunden.

Zum krönenden Abschluss der letzten Baurestaurierung (1984-1994) sollte jetzt eine Orgel entstehen, welche durch entsprechende Konstruktion die bisherigen Mängel möglichst beseitigen sollte. Zur gleichen Zeit wurde deutlich, dass die Hochschule des Saarlandes für Musik und Theater zusätzliche Ausbildungs- und Konzertmöglichkeiten für das Fach Orgel benötigte. So kam es zu einer glücklichen Zusammenarbeit aller zukünftigen Benützer. Da eine Alternative zu bereits bestehenden Orgeln der Hochschule (von Klais und Schuke) gesucht wurde, wünschte man sich für die neue Orgel ein französisch geprägtes Klangbild für die Interpretation sinfonischer Musik des 19. Und 20. Jahrhunderts. In diesem Sinne entstand die Disposition.

Die Denkmalpflegebehörden wünschten eine moderne, nicht historisierende Formgebung, welche aber trotzdem der gotischen Architektur des 14.Jahrhunderts angemessen sein sollte. Durch schlanke, hochstrebende Felder und Türme wurde versucht, die Orgel in das himmelstrebende Gebilde der rötlichen Sandsteinrippen einzubinden. Eine leichte Abwinklung der äusseren Prospektfelder (Pedalwerk) und deren Gehäuse lenkt den Klang besser ins Mittelschiff und verhindert eine allzustarke Bremsung durch den einschnürenden Gurtbogen. Eine konsequente Schliessung der Gehäuse richtet den Klang ebenfalls nach vorne. Auf diese Art konnte vermieden werden, dass erhebliche Bruchteile der Schallenergie im Turmjoch gefangen bleiben, wie dies bei der alten Orgel mit ihrem offenen Prospekt der Fall gewesen war. Nach allgemeinem Urteil ist diese Neukonzeption vollauf gelungen.