Faszination Orgelbau

 

 

Orgelbau Th. Kuhn AG, 1996

Neue Orgel

Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
mechanisch
Einweihung
30.06.1996
Experte
Rudolf Meyer
Gehäuseentwurf
Hans-Peter Keller
Intonation
Kurt Baumann

Disposition


www.orgelbau.ch/op=113660

Lyss

III/P/30

Schweiz, Bern
Ref. Kirche

© Bilder Orgelbau Kuhn AG, Männedorf

Orgelbau Th. Kuhn AG, 1996

Neue Orgel

Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
mechanisch
Einweihung
30.06.1996
Experte
Rudolf Meyer
Gehäuseentwurf
Hans-Peter Keller
Intonation
Kurt Baumann

Architektonische Gestaltung

Auslöser für den Orgelneubau in Lyss war ein spektakulärer Helikopterabsturz auf die Kirche am 2.September 1992, welcher nicht nur die alte Orgel zerstörte, sondern überhaupt umfangreiche Reparatur- und Erneuerungsarbeiten am Gebäude erheischte. Weitgehend unbeschädigt überlebte die Katastrophe jedoch ein farbiges Glasfenster in der Mitte der Chorwand aus der Bauzeit der Kirche (1934), ein Hauptblickfang des Innenraums.

Die Vorgängerorgel war zweiteilig angelegt gewesen, eine für die pneumatisch-elektrische Periode des Orgelbaus sehr häufige Gestaltungsweise, mit freistehendem Spieltisch in der Mitte. Da eine analoge Gestaltung bei rein mechanischer Bauweise gewisse Schwierigkeiten bietet, wurde zunächst auch eine Plazierung der Orgel auf der hinteren Empore geprüft, später jedoch wieder verworfen. Wir nahmen die Herausforderung an, eine modern gestaltete zweiteilige Orgel zu erstellen. Durch die Abrundung der Türme soll der Blick auf das zentrale Farbfenster gelenkt werden. Der Spieltisch ist in den rechten Teil eingebaut, welcher das Hauptwerk und das Solo umfasst. Das Schwellwerk und das Pedal sind im linken Teil untergebracht.

Klangliches Konzept

Nach englischen und französischen Vorbildern wurde eine besondere Art der Dreimanualigkeit verwirklicht. Als Basis dient eine sehr knapp bemessene zweimanualige Orgel mit Hauptwerk, Schwellwerk und Pedal mit insgesamt nur 22 Registern. Ein sogenanntes Solowerk mit 7 weitern Stimmen ist auf einem III. Manual plaziert. Diese zusätzlichen "Klangreserven" sind nun einerseits auf diesem Manual separat spielbar, aber sie können andererseits auch auf die beiden andern Manuale und ans Pedal gekoppelt werden. Dank diesem Konzept können mit den 29 Registern wesentlich mehr Klangkombinationen erreicht werden als bei einem zweimanualigen Werk mit gleicher oder gar grösserer Registerzahl. Deshalb konnte auch auf elektrische Registrierhilfen verzichtet werden.


Disposition


www.orgelbau.ch/op=113660