Faszination Orgelbau

 

Orgelbau Kuhn AG, 2004

Restaurierung

Orgel erbaut von
Kuhn & Spaich, 1871
Windladen
Kegelladen
Traktur
mechanisch
Registratur
mechanisch
Einweihung
30.05.2004
Experte
Rudolf Bruhin, Oskar Birchmeier
Intonation
Raymond Petzold


www.orgelbau.ch/op=801270

Veltheim

II/P/16

Schweiz, Aargau
Ref. Kirche

© Bilder Orgelbau Kuhn AG, Männedorf

Orgelbau Kuhn AG, 2004

Restaurierung

Orgel erbaut von
Kuhn & Spaich, 1871
Windladen
Kegelladen
Traktur
mechanisch
Registratur
mechanisch
Einweihung
30.05.2004
Experte
Rudolf Bruhin, Oskar Birchmeier
Intonation
Raymond Petzold

Begegnung der besonderen Art

Eine Orgel der eigenen Firma zu restaurieren, ist in verschiedener Hinsicht ein ungewöhnliches Ereignis. Es setzt eine sehr lange Unternehmenstradition voraus. Ausserdem muss das frühe Werk Qualitäten besitzen, die es über Stilwechsel und Modeerscheinungen hinweg bis in die Gegenwart getragen haben. Das Instrument in der reformierten Kirche von Veltheim - die älteste noch existierende Kuhn-Orgel - ist ein solches Werk. Wir schauten der Begegnung mit unserer eigenen Vergangenheit mit Spannung und Freude entgegen.

Die deutsch-romantische Orgel wurde von Kuhn und Spaich im Jahr 1871 als Opus 18 für die reformierte Kirche in Enneda (GL) erbaut. 1924 wurde sie nach Veltheim verkauft und dort auf der Empore aufgestellt. Hierfür waren kleinere Anpassungen am Gehäuse notwendig, doch im Wesentlichen blieb die Orgel unverändert. Erst 1945 kam es beim Pfeifenwerk zu Umgestaltungen im barocken Sinn. Die technische Anlage blieb dabei weitgehend unangetastet, lediglich die Windlade des Cornetts ging verloren. Glücklicherweise wurden viele der originalen Pfeifen nicht entfernt, sondern nur anders platziert oder umgebaut. Dies ist für die Restaurierung ein ganz wesentlicher Faktor, da sich deren Gültigkeit nicht zuletzt an der Menge der erhaltenen Substanz misst.

Die Disposition der Orgel ist für die Bauzeit sehr ungewöhnlich, besitzt sie doch zwei Zungenregister. Vergleichbare Orgeln dieser Grösse verfügen meist über gar keine Zungenstimmen. Dank dieser Besonderheit bietet dieses Instrument wunderbare Möglichkeiten, die begeisternde Klangerlebnisse versprechen. Wir waren überzeugt, mit einer Rekonstruktion der ursprünglichen Situation eine Denkmalorgel von hohem Wert zu schaffen.

Unser Restaurierungsziel war daher in erster Linie die Rückführung der Veränderungen von 1945, um das romantische Klangbild wiederzugewinnen. Daneben war es nach 133 Jahren natürlich auch notwendig, die technische Anlage der Orgel in allen Teilen sorgfältig instand zu setzen. Nun wird das frühe Werk unseres Firmengründers, Johann Nepomuk Kuhn, wieder für Generationen erklingen. Dass wir sein Opus 18 gerade in unserem 140. Jubiläumsjahr restaurieren durften, erfüllt uns mit besonderem Stolz.



www.orgelbau.ch/op=801270