Faszination Orgelbau

 

 

Orgelbau Kuhn AG, 2006

Umbau

Orgel erbaut von
Orgelbau Metzler Söhne, Dietikon, 1970
Thomas Schott / Joseph und Viktor Ferdinand Bossard, 1630 / 1744
Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
mechanisch
Intonation
Rudolf Aebischer

Disposition


www.orgelbau.ch/op=801320

Muri

II/P/34

Schweiz, Aargau
Klosterkirche, Keilbalganlage der Grossen Orgel

© Bilder Orgelbau Kuhn AG, Männedorf, Bernhard Kägi

Orgelbau Kuhn AG, 2006

Umbau

Orgel erbaut von
Orgelbau Metzler Söhne, Dietikon, 1970
Thomas Schott / Joseph und Viktor Ferdinand Bossard, 1630 / 1744
Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
mechanisch
Intonation
Rudolf Aebischer

Woher der Wind weht ...

Die Vorstellungen von einem guten Orgelwind waren über die Jahrhunderte höchst unterschiedlich und natürlich von den jeweiligen musikalischen Anforderungen und den technischen Möglichkeiten geprägt. In den letzten Jahren gewann bei der Beurteilung von historischen Instrumenten vor allem der Aspekt der Authentizität wesentlich an Bedeutung. In diesem Sinne erstellte Orgelbau Kuhn während der Revisionsarbeiten an der Grossen Orgel in der Klosterkirche von Muri eine detaillierte Dokumentation des Werks und kam dabei zu gesicherten, neuen Erkenntnissen über die Windversorgung des Instruments im 18. Jahrhundert.

Damals bauten Joseph und Viktor Ferdinand Bossard für die grosse Orgel eine siebenfache Keilbalganlage. Bei der Restaurierung in den 1970er Jahren wurde die nach damaliger Auffassung beste aller möglichen Windversorgungen realisiert: Seither sorgten moderne Schwimmerbälge für stabilen Wind. Orgelbau Kuhn rekonstruierte im Jahr 2005 Bossards Anlage und gab dem Instrument so seinen ursprünglichen Wind zurück. Die Kuhn-Balgsteuerung sorgt dafür, dass trotz motorischem Betrieb eine authentische Windversorgung mit schöpfenden Bälgen möglich ist, gleichwertig dem Wind, der beim Betrieb mit Kalkanten erzielt wird.

Diese Situation gab der Orgel einen ganz besonderen Reiz: Sie bot nämlich die einzigartige Gelegenheit, die Eigenschaften einer «modernen» Windanlage mit Schwimmerbälgen und die einer «historischen», siebenfachen Keilbalganlage miteinander vergleichen zu können. Diese seltene Möglichkeit haben wir für die Fachtagung «Orgelwind» genutzt und mit der Fachwelt geteilt.