Faszination Orgelbau

 

 

Orgelbau Kuhn AG, 2009

Restaurierung

Orgel erbaut von
Otto Rieger, Jägerndorf, 1914
Windladen
Kegelladen
Traktur
pneumatisch
Registratur
pneumatisch
Einweihung
26.04.2009
Experte
Pater Urban Stillhard
Intonation
Niklaus Stengele


www.orgelbau.ch/op=801510

Gais

II/P/17

Italien, Südtirol
Pfarrkirche

© Bilder Orgelbau Kuhn AG, Männedorf

Orgelbau Kuhn AG, 2009

Restaurierung

Orgel erbaut von
Otto Rieger, Jägerndorf, 1914
Windladen
Kegelladen
Traktur
pneumatisch
Registratur
pneumatisch
Einweihung
26.04.2009
Experte
Pater Urban Stillhard
Intonation
Niklaus Stengele

Restaurierung auf hohem Niveau

Wenn Orgeln sprechen könnten, hätte die pneumatische Rieger-Orgel von 1914 ihren «Niveauverlust» in den 1970-er Jahren sicher bitter beklagt. Bei einer Kirchenrenovation musste sie zugunsten der freien Sicht auf das Westfenster die obere Empore hergeben. Während drei Jahrzehnten machte sie dann auf der unteren Empore eine traurige Figur: Ihr Prospekt wirkte im Verhältnis zum Raum viel zu klein, die grossen Pedalpfeifen ragten weit über das Gehäuse hinaus, Chor und Orchester fanden kaum Platz, und der Organist musste eingeklemmt zwischen zwei Gehäusekästen spielen. Niemand war mit dieser Situation zufrieden.

Es stellte sich die Frage, ob eine neue Orgel gebaut oder die alte restauriert werden sollte. Wir rieten zu Letzterem. Gemeinsam mit Organisten und Denkmalpflegern wollten wir dem Werk die verdiente Wertschätzung erweisen, da es in klanglicher Hinsicht unverändert geblieben war. Alles hing nun davon ab, ob es uns gelang, eine innovative Lösung zu finden, die alle Anforderungen erfüllte.

Wir versetzten die Orgel zu beiden Seiten des Fensters auf neue Emporen, die nicht miteinander verbunden sind. Dadurch bleibt das Fenster frei. Chor und Orchester haben wieder den gesamten Emporenraum zur Verfügung, und der Spieltisch steht in idealer Position. Im Übrigen waren umfangreiche Instandsetzungsarbeiten nötig. Nebst dem Ersatz aller Membranen mussten wir sämtliche Bleirohrverbindungen neu verlegen, insgesamt mehrere Kilometer Länge.

Heute erstrahlt die Orgel - sinnbildlich für den gemeinschaftlichen Einsatz für ihre Erhaltung - wieder auf dem hohen Niveau, auf dem Rieger sie 1914 aufgestellt hatte. Selten gelingt es in so idealer Weise, die Wünsche aller Beteiligten zu berücksichtigen. Das restaurierte Werk bestärkt uns in unserer Überzeugung, dass verantwortungsvolle Zusammenarbeit immer zur besten Lösung führt.



www.orgelbau.ch/op=801510