Wien

II/P/30

Österreich, Wien
Staatsoper

© Bilder Orgelbau Kuhn AG, Männedorf/Schweiz

Die Orgel der Wiener Staatsoper

Am 12. März 1945 wurde das Haus am Ring durch Bomben und nachfolgenden Brand weitgehend zerstört. Auch die Walcker-Orgel, die seit 1869 in zahlreichen Aufführungen ihren Dienst verrichtete, wurde ein Opfer der Flammen.

Mit der Restaurierung bzw. Rekonstruktion des Gebäudes der Wiener Oper ergab sich daraufhin auch der Wunsch nach einer neuen Orgel. Diese wurde nach einer Disposition von Franz Schütz durch den Orgelbauer Ferdinand Molzer im Ballettsaal des Opernhauses im 6. Stock erbaut. Zusammen mit einem neuen Zuschauerraum und modernisierter Technik wurde das Haus am 5. November 1955 wiedereröffnet. Die Wiener Staatsoper ist weltweit eines der wenigen Opernhäuser mit einer so grossen Pfeifenorgel. Der Klang der Orgel wird bei Bedarf in den Zuschauerraum übertragen. Ursprünglich war ein beweglicher Spieltisch im Orchestergraben vorhanden, aus Platzgründen wurde dieser jedoch entfernt. Die Orgel wird nun im Orgelsaal gespielt.

Bekanntheit erreichten Molzer-Orgeln besonders im Drehorgelbau. Sogenannte "Werkel" sind bis heute erhalten (z.B. Pony-Karussell-Orgel im Wiener Prater). Ferdinand Molzer d. J. (1886-1970) übernahm nach seiner Ausbildung bei Franz Joseph Swoboda und einer Zeit bei Fa. Hofmann & Cerny die väterliche Werkstätte.
In seiner Zeit entstanden auch rund 40 Kirchenorgeln mit elektropneumatischer Traktur, von denen aber nur noch wenige erhalten sind.

Nennenswerte Veränderungen hat das Instrument in der Staatsoper nicht erlebt. Verschmutzung, Verschleiss und eine nicht mehr normgerechte Elektrik führten zum Wunsch, die Orgel komplett zu restaurieren. In der Sommerspielpause des Jahres 2014 wurde diese Arbeit von uns ausgeführt. Es war zu diesem Zeitpunkt die jüngste Orgel, die von Fa. Kuhn restauriert wurde.