Faszination Orgelbau

 

 

Orgelbau Kuhn AG, 2016

Restaurierung

Orgel erbaut von
Franz Xavier Chrismann, 1766
Josef Breinbauer, 1867
Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
mechanisch
Einweihung
03.12.2016
Experte
Siegfried Adlberger
Intonation
Gunter Böhme

Disposition


www.orgelbau.ch/op=801650

Linz

III/P/32

Österreich, Oberösterreich
Ignatiuskirche Alter Dom

© Bilder Orgelbau Kuhn AG, Männedorf, Brucknerbund Oberösterreich

Orgelbau Kuhn AG, 2016

Restaurierung

Orgel erbaut von
Franz Xavier Chrismann, 1766
Josef Breinbauer, 1867
Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
mechanisch
Einweihung
03.12.2016
Experte
Siegfried Adlberger
Intonation
Gunter Böhme

Chrismann-Breinbauer-Bruckner-Monument

Zur Gründung des Bistums Linz (1784/85) wird die ehemalige Linzer Jesuitenkirche zur Kathedrale. Bei den Bemühungen um eine passende Orgel entschliesst man sich, anstelle eines Neubaus, zum Kauf der Engelszeller Franz Xavier Chrismann-Orgel aus dem Jahre 1766. Im Jahr 1790 findet die Umsetzung des Orgelwerkes, jedoch ohne das Gehäuse, nach Linz statt. Ausgeführt wird diese Arbeit durch Chrismann selbst, der dabei auch eine Vergrösserung des Instrumentes vornimmt. Ebenfalls erhält das gesamte Werk ein neues Orgelgehäuse, das in seinen Bestandteilen im Wesentlichen bis heute erhalten blieb.

Anlässlich der Renovierung des alten Doms (1851 bis 57), mit einer Umgestaltung des Musikchors, muss die gesamte Orgel demontiert und auf der erneuerten Empore wieder aufgebaut werden. Diese Arbeiten übernimmt der Orgelbauer Josef Breinbauer. Anton Bruckner, der von 1855 bis 1868 als Dom- und Stadtpfarrorganist tätig ist, wünscht und begleitet den Umbau des Instruments. Die Arbeiten Breinbauers ziehen sich, aufgrund weiterer Änderungswünsche, über 10 Jahre hin (1857 bis 1867). Dabei wird das Rückpositiv nun zwischen die Haupttürme des Gehäuses, hinter dem Spieltisch, platziert. Neue Windladen und Bälge werden angefertigt, die Mechanik des Orgelwerks wird verbessert und neue Register werden eingebaut. Das fertige Werk wird gehörig gelobt und besonders von Anton Bruckner sehr geschätzt.

Der Amtsnachfolger am Dom wird der Bruckner-Schüler Karl Waldeck. In seine Zeit fallen weitere Arbeiten an der Orgel. So wird durch Leopold Breinbauer eine gründliche Revision des Instruments, der Austausch weiterer Register und schliesslich die Erneuerung der vorhandenen Zungenregister ausgeführt.
Die letzte Renovierung erfolgte in den Jahren 1979/80 durch Fa. Rieger. Die Arbeiten sind aus heutiger Sicht sehr vorsichtig, der Bedeutung des Orgelwerks entsprechend, ausgeführt worden. Ausser den komplett erneuerten Zungenstimmen sind keine wirklich massiven Veränderungen der Substanz erfolgt.

Schmutz und Verschleiss, Risse und Holzwurm haben dem Instrument seit der letzten gründlichen Überarbeitung vor mehr als 30 Jahren zugesetzt. Unsere Restaurierung konzentrierte sich auf die gründliche Reinigung und Revision der technischen Anlage. Ausserdem wurden, unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Gesichtspunkte, Verbesserungen an den Trakturen ausgeführt.

Nach mehreren Monaten intensiver Arbeit wurde die Orgel am 3. Dezember 2016 feierlich eingeweiht. Wir sind dem Jesuitenorden in Linz sehr dankbar, dass wir durch die Restaurierung einen Einblick in dieses interessante Chrismann-Breinbauer-Bruckner-Monument erhalten haben.