Faszination Orgelbau

 

 

Orgelbau Kuhn AG, 2005

Neue Orgel

Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
elektrisch
Einweihung
19.06.2005
Experte
Ambros Koch
Gehäuseentwurf
Christoph Jedele, Hans-Peter Keller (Planung)
Intonation
Rudolf Aebischer


www.orgelbau.ch/op=114040

Stäfa

II/P/29

Schweiz, Zürich
Kath. Kirche St. Verena

© Bilder Orgelbau Kuhn AG, Männedorf

Orgelbau Kuhn AG, 2005

Neue Orgel

Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
elektrisch
Einweihung
19.06.2005
Experte
Ambros Koch
Gehäuseentwurf
Christoph Jedele, Hans-Peter Keller (Planung)
Intonation
Rudolf Aebischer

Klanguniversum dank technischer Raffinesse

Der Orgelneubau für die katholische Kirche St. Verena in Stäfa war von einem optimalen Arbeitsklima geprägt. Dank dem tiefen Vertrauen, das die Nachbargemeinde uns entgegenbrachte und dem grossen Spielraum sowohl beim Konzept wie auch in der Ausführung, erhielten wir Gelegenheit, ein klanglich und technisch herausforderndes Orgelwerk zu schaffen. Es steht für unsere Überzeugung, dass nicht allein das «Was», sondern ebenso das «Wie» des Orgelbaus, als Interpretation des Bekannten, neue Werte zu schaffen vermag.

Das gestalterische Prinzip besteht hier im Dialog der Formen. Um den Raum nicht zu dominieren, nimmt die Orgel Akzente der Innenarchitektur auf, die sich im Orgelgehäuse und im milden Zinnglanz der Pfeifen wiederfinden. Der Kirchenraum zeichnet sich durch die strahlenden Glasfenster des Künstlers Dan Rubinstein sowie eine Atmosphäre von Licht und Weite aus. In diesem Sinn gestalteten und bauten wir die Emporenbrüstung transparent. Elegant und leicht gibt sie nun den Blick nach oben frei.

Die fein differenzierte Klangpalette ist für eine moderne Orgel dieser Grösse herausragend. Dass neben dem obligaten Principal im Hauptwerk gerade drei weitere Register die Achtfusslage ergänzen, ist von besonderem Wert: Der etwas vorwitzige aber dennoch charmante Doppelbourdon, die durch die Weisheit des Alters abgeklärte Konzertflöte und die zurückhaltende Dulciana signalisieren die Nähe des Klangkonzeptes zur Romantik.

Selbstverständlich gilt dies auch für das Schwellwerk: Der lyrische Suavial, daneben die rezente Gambe, zu himmlischer Schwebung gebracht durch die Vox caelestis, dann das Multitalent Rohrflöte, dazu die beiden Zungenregister Oboe und Trompette harmonique - wahrlich ein Angebot, das mancher grösseren Orgel zur Ehre gereichte. Zudem fehlen weder Aliquotregister noch Mixturen der klassischen Disposition.

Das Pedalwerk steht dem nicht nach. Gleich drei labiale 16-Fussregister zusammen mit zwei sonoren Zungenstimmen sorgen für das Klangfundament. All dies in einem Instrument von bescheidenen äusseren Ausmassen - dank Erfindungsreichtum und minutiöser Planung.