Faszination Orgelbau

 

 

Orgelbau Kuhn AG, 2005

Historisierender Neubau

Orgel erbaut von
Gehäuse: A. Pfliegler, 1780
Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
mechanisch
Einweihung
24.12.2005
Experte
Dr. Wolfgang Reisinger
Intonation
Raymond Petzold


www.orgelbau.ch/op=114090

Klosterneuburg

II/P/23

Österreich, Niederösterreich
Stiftsbasilika, Chororgel

© Bilder Orgelbau Kuhn AG, Männedorf, Fotograf Zwazl, Klosterneuburg

Orgelbau Kuhn AG, 2005

Historisierender Neubau

Orgel erbaut von
Gehäuse: A. Pfliegler, 1780
Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
mechanisch
Einweihung
24.12.2005
Experte
Dr. Wolfgang Reisinger
Intonation
Raymond Petzold

Neu im alten Kleid

Wenn Orgelliebhaber an das Augustiner Chorherrenstift von Klosterneuburg denken, fällt ihnen zweifellos als Erstes die grosse Festorgel des Passauer Orgelbauers Johannes Freund ein. In den 1980er Jahren hatten wir die grosse Ehre, jenes berühmte Werk zu restaurieren und dürfen es seither auch pflegen. Dieses Mal aber stand die Chororgel des Stiftes im Mittelpunkt unserer Aktivitäten. Dieses «Alltagsinstrument» blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück und präsentiert sich jetzt ganz neu - selbst wenn es auf den ersten Blick nicht so scheinen mag.

1780 baute der Wiener Hoforgelbauer Anton Pfliegler ein Werk mit 16 Registern. Der Bildhauer Christoph Helfer gestaltete dazu das reich verzierte Gehäuse aus Nussbaumholz, das wir bis heute bewundern können. Der intensive Gebrauch des Instruments und die sich ändernden technischen und musikalischen Ansprüche bewirkten, dass Orgelbauer immer wieder neue Instrumente in das bestehende Kleid einpassten.

Unsere Aufgabe war es nun, einen Neubau zu erstellen, der den aktuellen Bedürfnissen gerecht wird und der sich stilistisch nahtlos in das Helfer-Gehäuse einfügt. Wir verzichteten auf neue Gehäuseelemente, da diese die optische Wirkung des Originals beeinträchtigt hätten. Zudem sollte für Chor und Orchester genug Raum bleiben. Wir mussten also mit wenig Platz auskommen. Eine Seitentür ermöglicht es, die Klangstärke des Positivs zu variieren, sei es für die Begleitung der Chorherren oder um den Gesang einer grossen Gemeinde zu führen. Den jetzt freistehenden, neuen Spieltisch positionierten wir für den Organisten optimal und führten ihn ebenso wie die gesamte technische Anlage stiladäquat aus. In diesem Sinne folgten wir strikt dem Konzept eines historisierenden Neubaus, das unser Restaurierungsteam erfolgreich umsetzte.



www.orgelbau.ch/op=114090