Faszination Orgelbau

 

 

Orgelbau Kuhn AG, 2012

Neue Orgel

Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
mechanisch + elektrisch
Einweihung
01.04.2012
Intonation
Thierry Pécaut


www.orgelbau.ch/op=114450

Wallisellen

III/P/30

Schweiz, Zürich
Kath. Kirche St. Antonius

© Bilder Orgelbau Kuhn AG, Männedorf

Orgelbau Kuhn AG, 2012

Neue Orgel

Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
mechanisch + elektrisch
Einweihung
01.04.2012
Intonation
Thierry Pécaut

Licht, Farbe, Klang

Die St. Antonius Kirche in Wallisellen wurde 1958 von Karl Higi aus Zürich konzipiert. Er schuf einen Kirchenraum von zeitloser Schlichtheit, welcher von den grossen Fensterflächen mit den bedeutenden Glasmalereien von Ferdinand Gehr in eine leuchtende Atmosphäre getaucht wird.

Die neue Orgel steht auf der akustisch günstig gelegenen Orgelempore, gegenüber dem Chorraum. Die Gestaltung des Orgelprospektes entwickelten wir in einem langen Prozess in enger Zusammenarbeit mit dem Architekten Pierre Ilg und der Orgelkommission. Grösse, Form und Materialisierung (Zinn, Ahorn- und Kirschbaumholz) wurden auf das bestehende Gestaltungskonzept der Kirche sorgfältig abgestimmt. Entstanden ist ein fächerförmiger Prospekt, welcher mit seinen teilweise schräg angeordneten Zinnpfeifen himmelwärts strebt und auf diese Weise die vorhandenen Themen des Chorraums aufnimmt. Die Neugestaltung der Emporenbrüstung trägt wesentlich dazu bei, dass das Gestaltungskonzept der Orgel klar zur Geltung kommt und der Betrachter die Orgel, den Kirchenraum und die Glaskunst als gestalterische Einheit erleben kann.

Das Klangkonzept der neuen Orgel stützt sich nicht auf ein bestimmtes historisches Vorbild, sondern ist das Resultat sorgfältiger Überlegungen. Grundlage dafür sind die heutige Musizierpraxis und die vielfältigen Aufgaben im Gottesdienst und Konzert. Musik verschiedener Stilrichtungen soll auf dem neuen Instrument überzeugend dargestellt werden können. Die neue Orgel ist deshalb nicht als Stilkopie konzipiert, sondern ganz bewusst - auch im äusseren Erscheinungsbild klar erkennbar - als modernes Instrument für unsere Zeit.

Nach dem Willen der Bauherrschaft hat der musikalische Kern der neuen Orgel seine Wurzeln jedoch eindeutig in der französischen Tradition des 19. Jahrhunderts. Unsere Werkstatt befasst sich seit Jahren intensiv mit dieser Klangwelt, welche sich in vielen Details von der deutschen Klanggestaltung unterscheidet. Bei der Mensurierung und der Intonation konnten wir ausgiebig von der grossen Erfahrung profitieren, die wir bei der Restaurierung von historischen Originalinstrumenten aus dieser Epoche, sowie beim Neubau mehrerer grosser Instrumente in dieser Stilrichtung machen durften. Wie in der französischen Tradition üblich, ist das Pedal relativ knapp disponiert; mittels der Pedalkoppeln ist jedoch ein variantenreiches Pedalspiel möglich. Das zweite und dritte Manual stehen auf einer Zwillingslade und sind in einem gemeinsamen Schwellkasten untergebracht. Dieses Konzept ist sehr platzsparend und bietet, dank der doppelten Nutzung des Schwellkastens, eine aussergewöhnlich grosse klangliche Vielfalt.

Das Wichtigste allerdings sind für uns nicht stilistische Überlegungen, sondern der Wunsch, ein hervorragendes Musikinstrument zu schaffen, welches die Besucher von Gottesdiensten und Konzerten mit seinen Klängen bewegt.



www.orgelbau.ch/op=114450