Faszination Orgelbau

 

 

Orgelbau Kuhn AG, 2007

Restaurierung

Orgel erbaut von
Carl Theodor Kuhn, 1925
Windladen
Taschenladen
Traktur
pneumatisch
Registratur
pneumatisch
Einweihung
02.09.2007
Experte
Rudolf Bruhin
Intonation
Rudolf Aebischer, Pierre Barré


www.orgelbau.ch/op=801390

Solothurn

III/P/47

Schweiz, Solothurn
Ref. Stadtkirche

© Bilder Orgelbau Kuhn AG, Männedorf, Ref. Kirchgemeinde Solothurn

Orgelbau Kuhn AG, 2007

Restaurierung

Orgel erbaut von
Carl Theodor Kuhn, 1925
Windladen
Taschenladen
Traktur
pneumatisch
Registratur
pneumatisch
Einweihung
02.09.2007
Experte
Rudolf Bruhin
Intonation
Rudolf Aebischer, Pierre Barré

Dem Zeitgeist entkommen

Die pneumatische Orgel der Stadtkirche Solothurn, 1925 von Orgelbau Kuhn erbaut, hat viele spannende Geschichten zu erzählen. Zunächst ist es schon ungewöhnlich, dass sie überhaupt noch existiert. In Europa fielen viele ihrer Schwestern dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer. Das waren aber nur wenige im Verhältnis zur Zahl, die Organisten und Orgelbauer in der Nachkriegszeit selbst vernichteten. Dies vor allem in urbanen Regionen, wo die Mittel vorhanden waren, um neue Barockorgeln zu bauen.

Das Solothurner Instrument entkam diesem Schicksal vor allem deshalb, weil es von besonders hoher Qualität ist. Als Berater zog man damals die namhaftesten Experten bei: Albert Schweitzer [!] und Ernst Schiess.

Aber auch dieses Werk überlebte nicht ohne gravierende Veränderungen. Die Register Aeoline 8 ' und die Voix céleste 8 ' mussten zum Beispiel einer Quinte 2 2/3 ' und einer Terz 1 3/5 ' weichen. Anstelle des Salicetbass 16 ' im Pedal wurde ein Nachthorn 2 ' eingesetzt. Und auch der Schwellkasten des II. Manuals, alle Sub- und Superkoppeln sowie die geteilten freien Kombinationen wurden ausgebaut. Das Ziel, ein barockes Klangbild, erreichte man damit jedoch nicht. Denn die Klangcharakteristik der Taschenladen und die Eigenarten der pneumatischen Steuerung verunmöglichten ein solches Unterfangen.

Auch heute noch besticht diese Kuhn-Orgel durch ihre Qualität. Daher gelangte man zur Überzeugung, sie wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen: eine anspruchsvolle Aufgabe. Die Archivunterlagen und Spuren am Werk boten uns gesicherte Grundlagen für die Rekonstruktion des Originals. Nun bildet die Orgel neben ihrer unveränderten Gestalt auch klanglich wieder eine Einheit mit dem Kirchenraum.