Faszination Orgelbau

 

 

Orgelbau Kuhn AG, 2009

Restaurierung

Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
mechanisch
Experte
Jean-Jacques Gramm
Intonation
Niklaus Stengele

Disposition


www.orgelbau.ch/op=801450

Roche

I/6

Schweiz, Waadt
Musée Suisse de l'Orgue, Positiv von Mättenbach

© Bilder Orgelbau Kuhn AG, Männedorf

Orgelbau Kuhn AG, 2009

Restaurierung

Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
mechanisch
Experte
Jean-Jacques Gramm
Intonation
Niklaus Stengele

Orgel von Mättenbach (Museum Roche)

Der Erbauer der Orgel ist leider nicht bekannt, und auch die Geschichte der Orgel liegt weitgehend im Dunkeln. Man weiss, dass die Orgel im alten Schulhaus in Mättenbach (BE) stand und von dort in den Privatbesitz einer Familie in La Chaux-de-Fonds überging. Schliesslich gelangte sie mit anderen Möbeln dieser Familie in den Antiquitätenhandel. Nach mündlicher Überlieferung soll die Orgel beim Transport im Lastwagen umgekippt worden sein, um Platz zu gewinnen. Als Ergebnis sollen die Pfeifen beim Ausladen auf der Strasse gelandet sein, wo sie von kräftigen Händen wieder eingesammelt wurden.

Letztlich wurde die Orgel 1952 vom Orgelmuseum in Roche für 70 Franken als "Ruine" gekauft und wieder beschränkt spielbar gemacht. Diese Spielbarmachung verstand sich natürlich nicht als eine Arbeit unter denkmalpflegerischen Aspekten. Die Holzpfeifen wurden mit einer Kunstharzfarbe angestrichen und alle undichten Holzteile mit Papier beklebt. Die Farbfassungen des Gehäuses wurden teilweise abgelaugt, die Schäden am Gehäuse nur provisorisch instand gesetzt.

Es verging wieder ein halbes Jahrhundert bis sich die Trägerschaft des Museums in Roche entschloss, diese Orgel restaurieren zu lassen.

Nach dem Zerlegen des Instrumentes zeigten sich weitere Schäden, aber auch konstruktive Mängel der Windlade. Es brauchte viel Geduld, Akribie und natürlich auch einen hohen Zeiteinsatz, bis alle Bauteile der Orgel so restauriert waren, dass ihre Erhaltung und auch die längerfristige Funktion gesichert waren. Die persönliche Einstellung der Restauratoren zeigt sich bei der Restaurierung solcher Instrumente meist deutlicher als bei grossen, prestigeträchtigen Arbeiten: Hohe handwerkliche und klangliche Qualitäten zu akzeptieren ist einfach und an sich selbstverständlich. Ein Kleininstrument mit weniger hohen Qualitäten, einer eher unglücklichen Geschichte und in einem fragwürdigen Zustand muss aber genauso liebevoll restauriert werden. Dies erfordert eine entsprechende Einstellung der Mitarbeiter, welche wir als Grundlage des Erfolges unserer Restaurierungsabteilung betrachten.


Disposition


www.orgelbau.ch/op=801450