Faszination Orgelbau

 

 

Orgelbau Kuhn AG, 2013

Restaurierung

Orgel erbaut von
Johann Ignaz Egedacher, 1731
Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
mechanisch
Einweihung
15.09.2013
Experte
Mag. Gerd Pichler, Bundesdenkmalamt Wien
Intonation
Gunter Böhme


www.orgelbau.ch/op=801570

Zwettl

III/P/31

Österreich, Niederösterreich
Zisterzienserstift

© Bilder Orgelbau Kuhn AG, Männedorf

Orgelbau Kuhn AG, 2013

Restaurierung

Orgel erbaut von
Johann Ignaz Egedacher, 1731
Windladen
Schleifladen
Traktur
mechanisch
Registratur
mechanisch
Einweihung
15.09.2013
Experte
Mag. Gerd Pichler, Bundesdenkmalamt Wien
Intonation
Gunter Böhme

Denkmalorgel im Zisterzienser-Stift Zwettl

Die Johann Ignaz Egedacher-Orgel des Zisterzienser-Stifts Zwettl aus dem Jahre 1731 ist eine der bedeutendsten Denkmalorgeln in Österreich. In ihrer fast 300-jährigen Geschichte hat das Instrument einige gravierende Veränderungen erfahren. Diese betrafen sowohl den klanglichen Bereich (Dispositionsveränderungen) als auch technische Ausführungen. Ab 1941 konnte die Orgel sogar von einem freistehenden, elektropneumatischen Spieltisch aus gespielt werden.

1983 und 1991 erfolgte eine umfassende Restaurierung durch die Orgelbauer Gerhard Hradetzky und Jürgen Ahrend, welche die Rückführung des ursprünglichen Bauzustandes zum Ziel hatte. 22 Jahre nach diesen Arbeiten war die Orgel stark verschmutzt, was sich durch die Gesamtrestaurierung der Stiftskirche, trotz sorgfältiger Abdeckung der Orgel, noch verstärkte.

Entgegen Forderungen, die Orgel nochmals «gründlich zu restaurieren», stellte sich Orgelbau Kuhn von Anfang an klar auf den Standpunkt, dass die Orgel entsprechend den Auffassungen der 80er Jahre gültig restauriert und der Zeithorizont für erneute Eingriffe viel zu kurz sei. Diese Beurteilung basiert auf dem Grundsatz, dass eine Orgel nicht nach jeder Generation erneut zu restaurieren ist, was in der Regel auch Substanzverlust historischen Materials bedeutet.

Ungeachtet dieses Grundsatzes waren an der Orgel aber doch Eingriffe notwendig, weil in den Bereichen Windlade und Trakturen immer wieder Störungen und Funktionsausfälle auftraten. Neben der sorgfältigen Ausreinigung des Instrumentes waren deshalb gezielte Massnahmen notwendig, um die Dichtigkeit der Laden zu verbessern und, neben der Vermeidung von Heulern und Durchstechern, auch eine stabile Windversorgung der Pfeifen zu erreichen (Stimmhaltung). Eine statische Stabilisierung der Bereiche Spieltisch und Trakturen gehörte ebenso zu diesen Massnahmen wie eine Verbesserung der Zugänglichkeit zu den Tonventilen (Umbau eines neuen Bauteils von 1983).

Die Nachintonation orientierte sich an den gegebenen Parametern (Pfeifenlängen, Aufschnitte, Stimmtonhöhe, Temperierung). Bei Pfeifen, die vorgängig unzureichend mit Wind versorgt waren (Undichtigkeiten der Laden), ergaben sich selbstverständlich Anpassungen im Intonationsbereich.

Wir sprechen deshalb sehr bewusst nicht von einer Restaurierung der Egedacher-Orgel durch Orgelbau Kuhn, auch wenn die Arbeiten selbstverständlich von der Restaurierungsabteilung ausgeführt wurden. Im gewissen Sinn waren es ergänzende Arbeiten zu den Restaurierungsarbeiten von 1983 und 1991, welche die Funktionsfähigkeit des Werkes verbessern und damit auch längerfristig zur Erhaltung des Instrumentes und seiner historischen Substanz beitragen.