Disentis

III/P/66

Switzerland, Grisons
Benediktinerkloser, Klosterkirche St. Martin

© pictures Orgelbau Kuhn AG, Männedorf/Schweiz

English translation follows:


Zustand der Orgel

Gemäss unserem Gutachten vom Oktober 2007 fanden wir das Pfeifenwerk in gutem Zustand vor. Das Holzwerk war ohne Wurmbefall. Die technische Anlage funktionierte im Wesentlichen recht gut. Viele Störungen waren im Spieltisch und im Bereich der Orgelelektrik zu beanstanden. Letztere gewährleistete auch die Sicherheitsvorschriften für Schwachstromanlagen nicht mehr.

Die Magazinbälge und Kanäle sind durch versprödete Belederungen undicht geworden. Diverse Bälgchen und Mem¬branen aus Leder, die für die Steuerung der Töne von Bedeutung sind, müssen ersetzt werden. Auch das Leder der Zugbälge, welche die einzelnen Register ein- und ausschalten, sind schadhaft. Verschlissenes Leder führt zu Undichtigkeiten und damit zu einer unpräzisen Reaktion der Töne und Register bzw. zu Windverlust und Verstimmungen.

Restaurierung

Der Hauptteil der Restaurierungsarbeiten findet nach Abschluss der Kirchenrestaurierung ab November 2019 statt. Die Grundlage bildet eine umfassende Revision aller Orgelteile. Dazu wird die Orgel zerlegt. Die Einzelteile werden gereinigt und instandgesetzt. Beim Wiederzusammenbau wird die ganze Technik wieder optimal einreguliert. Die Belederungen an Teilen der Traktur, der Registratur und an den Bälgen werden, wo überall notwendig, fachgerecht erneuert.

Restauriert und beibehalten werden die Windladen, die Windanlage das Pfeifenwerk. Letzteres wird nach den ursprünglichen Parametern nachintoniert. Das äussere Erscheinungsbild der beiden Orgelkörper bleibt unverändert.

Erweiterungen

Neu angelegt wird die ganze elektrische Steuerung. Ein Spieltisch mit vier Manualen ermöglicht das unabhängige Spielen des 1960 hinzugefügten Rückpositivs. Der Spieltisch entspricht dem aktuellsten Stand der Technik und verbessert die Ergonomie für die Organisten. Planung und Gestaltung des Spieltisches erfolgten durch Orgelbau Kuhn.

Der neue Vario-Setzer wird über einen taktilen Bildschirm gesteuert, verfügt über eine nahezu unbegrenzte Anzahl speicherbarer Klangkombinationen und ermöglicht eine übersichtliche Aufbewahrung derselben dank Textbezeichnungen, Sortier- und Suchfunktionen. Weitere Neuerungen wie z.B. Freie Koppeln, Transponiervorrichtung, Aufzeichnungsgerät, MIDI-Schnittelle u.v.m. eröffnen den Organisten zusätzliche musikalische Möglichkeiten.

Auf der Westseite der Galerie wird eine zusätzliche Windlade platziert. Bisher hatte das Register Principal 16’ im I. Manual keine eigenen Pfeifen für die tiefste Oktave. Diese zwölf Pfeifen werden auf der neuen Windlade ergänzt. Das Register Subbass 16‘ wird ebenfalls dorthin verlegt und zu einem Register Untersatz 32’ (zwölf Pfeifen C-H, Holz gedeckt) erweitert. An der bisherigen Stelle des Registers Subbass 16‘ wird der frei gewordene Platz für ein neues Register Violon 8’ verwendet.